Zeit ist kostbar. Pünktlichkeit ist ein wichtiges Marketinginstrument. Innerhalb des Teams können Regeln, eine kluge Timeline und verschiedene Techniken Unstimmigkeiten vermeiden. Ziel ist ein guter Workflow.
Definition
Wenn wir von Zeitmanagement sprechen, dann meinen wir den strukturierten Umgang mit der
verfügbaren Zeit. Die vorhandene Zeit wird möglichst effizient genutzt, um produktiv zu arbeiten.
Warum/Wofür
Wir vermeiden Ärger, wenn wir effizient planen und Projekte diszipliniert abarbeiten. Das Thema
Zeitmanagement spielt auf unterschiedlichen Ebenen eine Rolle: im Umgang mit Patienten und
der damit verbundenen Terminplanung und -einhaltung, in den Bereichen Assistenz, Hygiene,
Verwaltung, Abrechnung, Prophylaxe etc., bei der Erledigung regelmäßig anfallender Arbeiten
(sogenannte Routinetätigkeiten) sowie im persönlichen Leben, um beispielsweise berufliche Ziele
anzugehen.
Dafür nutzen wir Instrumente wie Planung, Organisation, Priorisierung sowie Modelle, Methoden
und Techniken.
Grundsätzliches
Vorab eine wichtige Erkenntnis: Es gibt nicht „das eine Zeitmanagement“ für die Praxis.
Es ist möglich, bereichsorientiert zu denken.
Im Idealfall hat jedoch jede*r Mitarbeiter*in, jede*r Kolleg*in und jede*r Praxisinhaber*in sein bzw.
ihr eigenes Zeitmanagement. Sie sind nicht verantwortlich, wenn Mitarbeiter*innen, Kolleg*innen
oder Praxisinhaber*innen die zur Verfügung stehende Zeit nicht angemessen nutzen können.
Als Hilfestellung für alle gilt es, die anfallenden Aufgaben mit Zeitumfängen zu versehen. Dabei
ist es nicht nur wichtig, die Arbeiten/Aufgaben gleichmäßig auf alle Schultern zu verteilen,
sondern auch, das passende Zeitfenster zu bestimmen. Ordnung sorgt für Ruhe im Team, und ein
angemessener Rahmen schafft Sicherheit.
Zeitmanagement bedeutet nicht nur, pünktlich zu sein und Termine gegenüber Patienten
einzuhalten. Es geht vielmehr darum, die zur Verfügung stehende Zeit möglichst effizient zu
nutzen, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Das ist nicht immer möglich, sollte aber
immer das Ziel sein.
Sie bestimmen, wie Sie Ihre Zeit einsetzen. Wenn Sie nicht gerne in Strukturen denken, gibt es
tolle Techniken, die Ihnen helfen können, Ihren Arbeitstag besser zu organisieren, Zeitdiebe zu
identifizieren und zu beseitigen, sowie Abläufe zu optimieren. Wenn Sie diese Techniken erlernen,
erwerben Sie „Zeitkompetenz“. In der Folge haben Sie mehr Gestaltungsspielraum für Ihre
Arbeitszeit. Sie vermeiden Leerlaufzeiten, steigern Ihre Produktivität und verbessern Ihre
Selbstwirksamkeit.
Zudem lernen Sie, Nebenschauplätze und Störfeuer (die größten Zeitfresser) zu erkennen.
Methoden/Werkzeuge
ABC-Analyse
Hier steht die Priorisierung von Aufgaben im Vordergrund. A steht für sehr wichtig, B für wichtig
und C für weniger wichtig. Diese Einteilung hilft, zu erkennen, welcher Punkt möglichst zügig
erledigt werden sollte, und welche Aufgabe Zeit hat. Legen Sie für sich außerdem fest, wie lange
Aufgaben höchstens unbearbeitet bleiben dürfen.
Eisenhower-Prinzip
Hier finden wir 4 Kategorien für die Priorisierung: 1. Erledigen, 2. Terminieren, 3. Delegieren,
4. Entfernen. Hier wird nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zugeordnet. Diese Methode hilft nicht
nur den Fokus auf wichtige Aufgaben zu lenken, es werden auch Zeitfresser identifiziert und somit
die Effizienz gesteigert.
Pomodoro-Technik
Hier liegt der Wechsel zwischen konzentriertem Arbeiten und Pausen im Vordergrund. Wer sich
dieser Technik bedient, sollte gut planen und ein hohes Maß an Disziplin haben.
ALPEN-Methode
Wie Sie sich auch immer entscheiden: Disziplin und eine gute Selbstorganisation ermöglichen
Ihnen ein effizientes Zeitmanagement. Auch hier gilt: Denken Sie VOR.
Priorisieren - Planen - Vorbereiten - Tempo - Durchhalten; das ist der Rahmen, in dem Sie
sich bewegen. Wir sprechen, in diesem Zusammenhang, auch von persönlichem und
beruflichem Wachstum.
Reflexion
Tipps
Theorie vs. Realität
Patienten wünschen sich Pünktlichkeit. Oft scheitert dieses Unterfangen jedoch an zu wenig
Disziplin und fehlenden Werkzeugen, die im Alltag zur Erreichung von Pünktlichkeit eingesetzt
werden können. Wenn Sie gar nicht den Anspruch haben, „in time“ zu agieren, ist das in
Ordnung, solange Ihnen das bewusst ist, denn dann ist es Ihre freie Entscheidung.
Wenn administrative Aufgaben nicht in angemessener Zeit erledigt werden, kann es im gesamten
Praxisbetrieb zu Störungen kommen. Das erzeugt Stress auf allen Seiten. Vermeiden Sie solche
Situationen, indem Sie Regeln aufstellen, die Ärger vermeiden. Eine sogenannte Timeline kann
dabei hilfreich sein.
Fazit
Wenn wir erkennen, dass Veränderung möglich, lebenslanges Lernen normal und Disziplin
erlernbar ist, sind die Möglichkeiten grenzenlos. Erkennen Sie Ihren eigenen Anspruch zum
Thema Zeitmanagement. Schaffen Sie Ihren eigenen Rahmen, der unterteilt ist in
Behandlungszeit und Bürozeit (inklusive der damit verbundenen Tätigkeiten wie To-do-Listen und
Intranet) und achten Sie auf einen sorgsamen Umgang mit reiner Redezeit innerhalb des Teams.
Ein gutes Zeitmanagement ist wichtig im Umgang mit Patient*innen, um Pünktlichkeit zu
gewährleisten. Außerdem sollten alle anfallenden Arbeiten in angemessener Zeit erledigt werden,
damit es nirgendwo zu einem Stau kommt und der Arbeitsfluss gewährleistet ist.
Zu guter Letzt
Wie immer lebt alles vom Mitmachen!
Ob Ihr Zeitmanagement erfolgreich ist, liegt ganz bei Ihnen.
Allein das Erkennen von Zeitfressern reicht nicht aus, um eine Veränderung herbeizuführen. Im
nächsten Schritt müssen Sie sich fragen: „Will ich etwas verändern?” Wenn ja, dann formulieren
Sie ein Ziel (oder Teilziel), denn Wünsche helfen nicht. Nach der Zielformulierung folgt die
Planung und Umsetzung. Dann sind Sie in Bewegung.
Ich kann fehlende Zeitkompetenz oder mangelnde Disziplin anderer Personen nicht ausgleichen.
Ich kann jedoch darauf aufmerksam machen und bei Bedarf Möglichkeiten aufzeigen, die hilfreich
sein können. Die Entscheidung für eine Veränderung und/oder Weiterentwicklung trifft in
diesem Fall Ihr Gegenüber. Jeder im Team sollte eine Technik zur möglichst effizienten
Zeitnutzung beherrschen. Am Ende braucht es immer Disziplin, um Techniken anzuwenden und
besser zu werden.