Die gewachsene Komplexität in unserer Branche macht Transparenz unbedingt nötig.
Definition
Mögliche Übersetzungen sind: Durchsichtigkeit, Deutlichkeit, Verstehbarkeit und
Nachvollziehbarkeit. Wir wollen verstehen, was wir tun. Wenn in einem Unternehmen
größtmögliche Transparenz gelebt wird, wirkt sich das auf das Verhältnis der Mitarbeitenden aus.
Sie vertrauen einander, weil alle wissen, woran sie sind und wie sie einen wichtigen Beitrag leisten
können. Das stärkt die Zusammenarbeit. Wenn alle den gleichen Informationsstand haben,
entstehen Synergien.
Warum/Wofür
Transparenz sorgt für Akzeptanz im Team, weil alle spüren, dass hier keine Unterschiede
gemacht werden und alle gleich wichtig sind. Dies zeigt sich durch Mitspracherecht,
Eigenverantwortung und die Einbindung in Entscheidungsprozesse. Dadurch kann ich auch die
Sinnhaftigkeit meiner Arbeit erkennen.
Ich kann mich viel besser mit „meiner Praxis“ identifizieren, wenn ich über umfangreiche
Informationen verfüge. Dazu gehören finanzielle Daten, die Ziele des Unternehmens sowie alle
relevanten Informationen und Prozesse.
Grundsätzliches
Menschen brauchen Erklärungen, um zu verstehen, warum sie auf eine bestimmte Art und Weise
handeln sollen. Wenn ich Entscheidungen verstehe, ergibt es für mich einen Sinn und ich fühle
mich bei der Ausführung wirksam. Das Werkzeug „Kommunikation“ wird benutzt, um die
Sichtbarkeit aller Prozesse herzustellen. Auch kognitive Transparenz ist wertvoll, damit jeder
weiß, wie der andere „tickt“. All das spielt sich innerhalb des gesamten Teams ab. Es gibt keine
„Teams im Team“ oder Ausgrenzungen. An den Schnittstellen kommunizieren ggf. die
Bereichsleiter*innen und geben Informationen an die Kolleg*innen weiter. Eine Transparenz bei
den jeweiligen Tätigkeiten und deren Umfängen ist erforderlich, um besser planen zu können.
Daher sollten Zeitumfänge ein Thema sein (Wie lange brauche ich für welche Tätigkeit?).
Im Idealfall lebt jeder die Transparenz. Sie können jedoch auch Schnittstellen festlegen, die für die Verbreitung wichtiger Informationen verantwortlich sind. Eine weitere Möglichkeit ist, dass alle Fäden bei der Praxisleitung zusammenlaufen.
Die externe Nachvollziehbarkeit ist wichtig für die Akzeptanz bei Laboren, dem
Dentalfachhandel, sonstigen Dienstleistern (z. B. Handwerker*innen) oder Patient*innen.
Grundsätzlich gilt: Je mehr Ihr Gegenüber versteht, desto harmonischer ist die Zusammenarbeit.
Vorgehen
Theorie vs. Praxis
Erfahrung: Einzelne Mitarbeiter*innen besprechen mit der Praxisinhaberin bzw. dem Praxisinhaber
Änderungen oder relevante Informationen. Die restliche Belegschaft wird nicht einbezogen. In der
Folge werden Kolleg*innen mit Veränderungen konfrontiert, die sie nicht nachvollziehen können.
Mögliche Folgen sind fehlende Akzeptanz und Widerstand, da Transparenz und somit eine
erkennbare Sinnhaftigkeit fehlen. So entstehen Schwelbrände.
Ein weiteres Problem sind generalisierte Aussagen wie: „Ich habe zu viel Arbeit, ich schaffe es
nicht mehr.“ Wenn Sie ein solches Anliegen lösen möchten, brauchen Sie mehr Informationen
(Transparenz). Der Umgang, mit unkonkreten Äußerungen erfolgt über zielgerichtete Fragen:
„Was genau schaffen Sie nicht?“ Am Ende sollte sich zeigen, wo genau das Problem liegt und viel
wichtiger, wie groß der Zeitaufwand dafür ist. Fehlende Informationen bedeuten immer
Intransparenz.
Reflexion
TIPP
Zu guter Letzt
Stellen Sie eine „Transparenz des großen Ganzen“ her. Schauen Sie gemeinsam mit
Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen von oben auf Ihren Betrieb und ordnen sie ein und zu. Erklären
Sie die Kausalkette: Praxis - Patient - Arbeit - Umsatz, und benennen Sie die Fixkosten, in
Zahlen. Sagen Sie nicht: „Die Personalkosten sind hoch.“ Nennen Sie, mindestens zweimal im
Jahr den Betrag, den Sie zahlen, damit alles läuft (Personal, Miete, Nebenkosten, Material, etc.).
Alles hängt voneinander ab, ein Verständnis dafür ist wichtig. Transparenz macht es
sichtbar.