Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.

(Charles Darwin)
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Das private Smartphone am Arbeitsplatz

Ich möchte mit diesem Beitrag alle, in der Praxis Beschäftigten, ansprechen: Praxisinhaber*innen, Mitarbeiter*innen, Kolleg*innen.

Definition
Ein Smartphone ist ein „geniales Telefon“ mit vielen Funktionen und Möglichkeiten. Es ist mit einem kleinen Computer vergleichbar, den man immer bei sich hat. Die gängigsten Betriebssysteme sind iOS und Android.

Warum/Wofür

  • Zugang zum Internet
  • Anwendungen ausführen
  • Medien abspielen
  • Fotos und Videos aufnehmen
  • Fotos und Videos erhalten und verschicken
  • GPS
  • Apps installieren
  • Kommunikation
  • Informationen recherchieren
  • Unterhaltung
  • Social Media
  • Surfen und streamen
  • Organisationswerkzeug
  • Sicherheit in Notfällen
  • Telefonieren
  • Mail-Verkehr
  • Textverarbeitung
  • Tabellenkalkulation
  • Dokumente verwalten und drucken

Grundsätzliches
Smartphones haben die Kommunikation revolutioniert. Durch die Vielzahl an Möglichkeiten ist es einfacher geworden, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Verbindungen aufrechtzuerhalten. Der andere ist nur einen „Klick“ entfernt. Wir legen Social-Media-Konten an und lassen andere Menschen an unserem Leben teilhaben. Das macht uns natürlich sichtbarer und sorgt auch für Unruhe im Leben, denn wer sich zeigt, muss mit Reaktionen rechnen.

Aus vielerlei Gründen ist eine Debatte über eine Altersbeschränkung bei der Nutzung von Social Media entbrannt. Außerdem wird gerade darüber diskutiert, ob es sinnvoll wäre, Smartphones im Unterricht zu verbieten. Wenn über Verbote gesprochen wird, muss es negative Entwicklungen in den genannten Bereichen geben.

Mein Smartphone ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Es ist sehr praktisch und ermöglicht mir die Ausführung sinnvoller Aktionen. Allerdings möchte ich sensibilisieren und dafür werben, Abstand von ständiger Erreichbarkeit zu nehmen.

Reflexion

  • Wo liegt Ihr privates Smartphone während Ihrer Arbeitszeit?
  • Wie oft nehmen Sie, während Ihrer Arbeitszeit, Ihr Smartphone in die Hand?
  • Wie oft schreiben Sie, während Ihrer Arbeitszeit, private Nachrichten?
  • Wie oft telefonieren Sie, während Ihrer Arbeitszeit, mit Ihrem privaten Smartphone?
  • Sind Sie, während Ihrer Arbeitszeit, auf Social-Media-Kanälen unterwegs?
  • Sind Sie, privat, immer erreichbar?
  • Sind Sie am Arbeitsplatz, für private Nachrichten und Anrufe immer erreichbar?
  • Beantworten Sie, während der Arbeitszeit, private Nachrichten und Anrufe?
  • Wird Ihnen manchmal „alles zu viel?“
  • Greifen Sie bewusst, oder automatisch zum Smartphone?

Tipps

  • Legen Sie Zeiten fest, in denen Sie Ihr Smartphone nicht in die Hand nehmen
  • Legen Sie eine Strichliste an und dokumentieren Sie, wie oft Sie, am Tag, Ihr Endgerät in die Hand nehmen
  • Deponieren Sie Ihr Smartphone nicht griffbereit am Arbeitsplatz
  • Definieren Sie für sich die Worte „Arbeitsplatz“ und „Arbeitszeit“
  • Schauen Sie einmal „von oben“ auf Ihr Verhalten, bezüglich Smartphone-Nutzung
  • Lassen Sie, probeweise, Ihr Smartphone, einmal für einen Vormittag im Schrank, in der Umkleide
  • Wenn Sie einmal einen Vormittag, das Smartphone nicht mitführen, bewerten Sie anschließend die vergangene Arbeitszeit
  • Teilen Sie Freunden, Bekannten, Familie Ihre Arbeitszeiten mit und erklären Sie, dass Sie zu diesen Zeiten, nur im Notfall zu erreichen sind (über die Praxisnummer)

Theorie vs. Praxis
Es ist nicht gern gesehen, wenn das Smartphone während der Arbeitszeit in der Hosentasche mitgeführt wird. Ich habe Situationen erlebt, in denen Kolleg*innen an mir vorbeigingen und dabei Videos schauten oder Sprachnachrichten verfassten. Für mich ist das ein „No-Go“, während der Arbeitszeit. Meiner Meinung nach ist sich die Mehrheit der Menschen gar nicht bewusst, wie oft sie ihr Smartphone während der Arbeitszeit nutzen. Das erfolgt „automatisch“. Niemand denkt: „Ich schaue jetzt mal, ob ich Nachrichten oder Anrufe erhalten habe.“ Nein, der Griff geht in regelmäßigen Abständen impulsiv in Richtung Hosentasche. Und genau das ist das Gefährliche daran, denn ich erkenne darin a) fehlende Impulskontrolle und b) unbewusstes Handeln.

Fazit
Sie entscheiden, wie groß der Einfluss Ihres Endgeräts sein soll! Wirklich?
Ich bin der Meinung, dass man sich diesem Sog nur schwer entziehen kann. Das kann ich an meinem eigenen Verhalten gut erkennen. Zweifellos entsteht eine Abhängigkeit, wenn Impulskontrolle nicht gelebt wird.
Ich habe meist junge Menschen getroffen, die sich selbst „Off-Zeiten“ verordneten und dann festgestellt haben, dass es ihnen mental besser ging.
Das bedeutet: Bewusstes Verzichten und Impulskontrolle in Bezug auf digitale Medien schützen vor kognitiver Überforderung und sorgen für mentale Entspannung.

Frage: Haben Sie ein Smartphone, oder hat das Smartphone Sie?

Zu guter Letzt
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich entspannter arbeite und weniger Fehler mache, wenn ich mein privates Smartphone nicht direkt am Arbeitsplatz habe.
Ich sehe einen Zusammenhang zwischen dem Umgang mit dem Smartphone, den damit verbundenen Nebenschauplätzen und sogenannten Zeitfressern am Arbeitsplatz einerseits und dem wachsenden Aufkommen psychischer Erkrankungen, Überforderungen und höheren Fehlerquoten andererseits. Effizientes Arbeiten ist mit dem Smartphone und 24/7-Erreichbarkeit nicht möglich. Ich halte es für gesünder, Arbeitszeit und private Zeit zu trennen. Dadurch entsteht auf den jeweiligen Gebieten eine bessere Übersicht und kein Gefühl der Überforderung.