Die Dinge sind nicht so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht.
Mies van der Rohe
Stellen Sie sich folgende alltägliche Situation vor: Sie sind kurz davor, Ihre Wohnung zu verlassen. Sie sind auf dem Weg zur Arbeit. Vor der Wohnungstür stehen zwei Koffer. In beiden Koffern befindet sich Werkzeug. Das Werkzeug im einen Koffer hilft Ihnen, gut durch den Tag zu kommen; das Werkzeug im anderen Koffer wird Ihnen das Leben heute schwer machen. Für welchen Koffer entscheiden Sie sich? Sie haben die Wahl.
Definition
Das Mindset beschreibt die innere Haltung, Denkweise und Einstellung einer Person. In der Folge
werden dadurch das Verhalten und die Entscheidungen dieser Person beeinflusst.
Wir unterscheiden zwischen „Fixed Mindset“ und „Growth Mindset“.
„Fixed“ bedeutet statisch und „Growth“ wachstumsorientiert.
Unsere ganz persönliche Sammlung von Erfahrungen und Überzeugungen prägt unsere Rolle in
der Welt und unsere Perspektive.
Unterschied Mindset - Affirmation
Wir bezeichnen das Mindset als Grundeinstellung oder Haltung. Es beeinflusst, wie ich die Welt
und alles, was darin ist, sehe und wie ich dazu stehe. In der Folge wird dadurch auch mein
Handeln geprägt.
Affirmationen sind positive oder negative Sätze, die regelmäßig wiederholt werden. Sie
beeinflussen die Gedanken. Durch wiederholte, positive oder negative Impulse verändert sich das
Denken und Fühlen.
Unterschied Fixed - Growth Mindset
Ein Fixed Mindset bezeichnet ein statisches Selbstbild. Die Person geht davon aus, dass alles
festgelegt und nicht veränderbar ist. Dazu zählen: Fähigkeiten, Talente, Intelligenz und
Begabungen. In der Folge werden Herausforderungen vermieden und es entsteht die Angst, zu
scheitern.
Ganz anders beim Growth Mindset: Es ist dynamisch. Hier ist die Person davon überzeugt, durch
Lernen und Fleiß eine Entwicklung anzustoßen. Das ist als positive Einstellung zu werten, da
Herausforderungen als Projekte für das persönliche Wachstum gesehen werden. Das wiederum
zieht einen positiven Ausblick in die Zukunft nach sich.
Grundsätzliches
Wer ein positives Mindset hat, dem fällt es leichter, durchs Leben zu gehen. In der Folge profitiert
auch das Umfeld davon, was sich in guten Ergebnissen niederschlägt. Wir sprechen also von
einer Kettenreaktion. Wenn Sie im Team jemanden haben, der neugierig, hilfsbereit und
zugewandt ist, profitieren alle davon. Man könnte auch von einer Wellenbewegung sprechen.
Diese Dynamik ist auch in die andere Richtung möglich. Betritt ein/e Kolleg*in die Praxis, kann
sich die Stimmung plötzlich ins Negative ändern. Das können Sie oft schon am
Gesichtsausdruck und der Körperhaltung erkennen. Auch hier gibt es eine Wellenbewegung.
Nicht jeder hat Spaß an der Arbeit. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Es wird allerdings
problematisch, wenn das so hohe Wellen schlägt, dass es zu negativer Stimmung im Team führt.
Wer ein statisches, fixes oder negatives Mindset hat und sich dessen nicht bewusst ist, hat keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Deshalb ist es eine Hilfestellung, diese Person darauf hinzuweisen. Im Idealfall geschieht dies durch Fragen zur Einstellung, Haltung und zum Antrieb. Dieses Gespräch hätte den Charakter einer Reflexion. Sie dürfen auch immer Ihre ganz eigenen, sachlichen Beobachtungen schildern. Die Erkenntnis, dass Sie diese „rigiden Muster“ ändern können, ist eine großartige Erfahrung.
Viele Menschen sind sich ihrer Haltung nicht bewusst. Sie nutzen Worte wie: „Disziplin“, „Neugier“ und „Spaß an der Tätigkeit“. Unterm Strich haben wir es hier mit positiven Werten und Haltungen zu tun. Ein gutes Werkzeug für Einstellungs- oder jährliche Personalgespräche ist, Ihr Gegenüber drei Worte aufschreiben zu lassen, mit denen er/sie sich selbst beschreiben würde. So können Sie auch erkennen, ob sich Ihr Gegenüber mit solchen Aspekten beschäftigt und ob es eine große Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild gibt.
Reflexion
TIPP
Fazit
Ein positives Mindset kann man nicht verordnen. Sie dürfen jedoch sachliches Feedback geben.
Dann haben Mitarbeiter*innen oder Kolleg*innen die Möglichkeit, innezuhalten und zu reflektieren.
Es ist wichtig, zu wissen, welche mentalen Möglichkeiten wir haben. Die Entscheidung, ob wir
diese nutzen, liegt dann bei uns. Wir müssen immer erst selbst erkennen, wo wir ansetzen
können, um Veränderung zu generieren. Nennen wir es Entwicklung. ;)
Zu guter Letzt
Es steht nirgendwo geschrieben, dass Sie sich als Praxisinhaber*in mit mentalen Themen
auseinandersetzen müssen. Sie haben immer die Wahl. Entscheiden Sie sich dafür, werden Sie
belohnt. Sie gehen bewusster durchs Leben und sind selbstwirksamer, weil Sie Instrumente
nutzen, die Ihnen vorher nicht bekannt waren.
Alles lebt vom Mitmachen – im Guten wie im Negativen. Welche Werkzeuge befinden sich in
Ihrem Koffer?