Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.

(Charles Darwin)
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Kreativität

Definition
Es gibt verschiedene Arten von Kreativität. Die künstlerische Kreativität ist am bekanntesten und zeigt sich beispielsweise in der Malerei, der Fotografie, der Filmografie oder der Literatur. Hierbei geht es um die Fähigkeit des Menschen, schöpferisch und/oder gestalterisch tätig zu sein (originelle Kreativität).

In unserer Branche kommt die sogenannte „Alltagskreativität“ zum Tragen. Das heißt, dass wir außerhalb der Routinetätigkeiten reagieren müssen, um nützliche, brauchbare sowie problemlösende Situationen zu schaffen.

Warum/Wofür

  • als Werkzeug bei unvorhersehbaren Herausforderungen, Störungen und Zwischenfällen (ungeplant)
  • als Werkzeug in der Organisation/Management, um Strukturen zu verbessern, in der Planung von wirksamen Abläufen und in sich geschlossenen Kreisläufen, etc. (geplant)

Grundsätzliches
Ungeplante Kreativität kostet Kraft. Organisierte Strukturen, Rahmen, Vorgaben und Routinen, sind leicht zu bewältigen und unerlässliche Qualitätsmerkmale. Ich habe gelernt, dass Kreativität im täglichen Workflow, explizit in der Zahnmedizin/in Gesundheitseinrichtungen, die Ausnahme sein soll. Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Planung nur möglich sind, wenn nicht zu oft improvisiert werden muss. Wir unterscheiden hier ganz klar zwischen geplanter und ungeplanter Kreativität.

Reflexion

  • Wie oft am Tag reagieren Sie kreativ?
  • Sind Ihre Strukturen so angelegt, dass Fragen offen bleiben?
  • Haben Sie, in sich geschlossene, Abläufe zu Ende gedacht?
  • Wie oft kommen Sie, täglich, „aus dem Tritt“ und müssen improvisieren?
  • Was sind die Qualitätsmerkmale Ihrer Praxis?
  • Würden Sie Ihren Workflow als harmonisch oder eher kräftezehrend bezeichnen?
  • Denken Sie, dass Kreativität hilfreich sein kann?
  • Wer kümmert sich in Ihrer Praxis darum, dass ungeplante Kreativität die Ausnahme bleibt?
  • Wer kümmert sich in Ihrer Praxis um kreative Prozesse, die allen das Leben leichter machen?

Tipps

  • Denken Sie vor (geplante Kreativität)
  • Nutzen Sie das Instrument Kommunikation, um möglichst viele Informationen zu streuen; das schützt vor Überraschungen.
  • Analysieren Sie Situationen, in denen Sie improvisieren mussten und finden Sie die Ursache.
  • Immer wiederkehrende Probleme sind Störungen, die behoben werden sollten
  • Nutzen Sie „geplante Kreativität“, um sich vor „ungeplanter Kreativität“ zu schützen
  • Investieren Sie Zeit, um zu reflektieren; Sie werden profitieren

Theorie vs. Praxis
Stellenanzeigen, die Kreativität einfordern, sind kritisch zu betrachten. Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind:

  1. Wie groß ist der Anteil an Kreativität?
  2. Ist Kreativität der Normalzustand?
  3. Wann und warum ist Kreativität so wichtig, dass sie gewünscht wird?
  4. Ist hier geplante oder ungeplante Kreativität gemeint?

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass dieses Thema, in den meisten Praxen nie kognitiv durchdrungen wurde. Würde man sich mit diesem Feld ernsthaft auseinandersetzen, dann wäre mehr Ruhe, ein gleichmäßiger Workflow, Zufriedenheit etc. die Folge.

Fazit
Die Realität ist nicht bis ins letzte Detail berechenbar. Sie können jedoch eine gute Planung als Sicherheitsnetz haben. Wer oft improvisieren muss, sollte sein Qualitätsmanagement unter die Lupe nehmen. Standardisierte Abläufe schützen nämlich vor Fehlern und machen Improvisation nahezu überflüssig.
Wichtig zu wissen: In unserer Branche setzt ungeplante Kreativität Erfahrung voraus.
Eine Zahnarztpraxis oder generell ein Gesundheitsbetrieb braucht eine gute Organisation und einen geregelten Tagesablauf, damit Mitarbeiter*innen ihre Ressourcen optimal einbringen können. Herausforderungen sollten möglichst im Vorfeld von erfahrenen Mitarbeiter*innen und/ oder dem Praxismanagement behoben werden. Junge und/oder unerfahrene Kolleg*innen sollten mit Störungen und Zwischenfällen nicht konfrontiert werden.

Zu guter Letzt
In unserer Branche muss ungeplante Kreativität die Ausnahme sein. Denn je größer der Anteil an kreativem Handeln ist, desto geringer ist der Anteil an Ordnung.
Meiner Meinung nach können knifflige, unplanmäßige Herausforderungen nur von Mitarbeiter*innen mit langjähriger Erfahrung und professioneller Haltung zufriedenstellend gelöst werden.

Unter dem Punkt „Reflexion“ finden Sie die Frage, ob Kreativität hilfreich sein kann. Die Antwort lautet: Ja. Nämlich dann, wenn Mitarbeiter*innen aus dem Managementbereich daran arbeiten, Strukturen zu verbessern, Abläufe übersichtlicher zu gestalten und standardisierte Vorgehensweisen verständlicher zu machen. Das hat mit Alltagskreativität nichts zu tun. Hier wird kreativ geplant und alle profitieren davon. Wir müssen sogar kreativ sein, um uns weiterzuentwickeln und besser zu werden. Wenn Sie also eine Stellenbeschreibung für Mitarbeiter*innen im Management/ Organisation erstellen, dann gehört zu dieser Beschreibung immer auch Kreativität, die Entwicklung von Strategien und die Verbesserung von Standards.