Definition
Es gibt verschiedene Arten von Kreativität. Die künstlerische Kreativität ist am bekanntesten und
zeigt sich beispielsweise in der Malerei, der Fotografie, der Filmografie oder der Literatur. Hierbei
geht es um die Fähigkeit des Menschen, schöpferisch und/oder gestalterisch tätig zu sein
(originelle Kreativität).
In unserer Branche kommt die sogenannte „Alltagskreativität“ zum Tragen. Das heißt, dass wir außerhalb der Routinetätigkeiten reagieren müssen, um nützliche, brauchbare sowie problemlösende Situationen zu schaffen.
Warum/Wofür
Grundsätzliches
Ungeplante Kreativität kostet Kraft. Organisierte Strukturen, Rahmen, Vorgaben und Routinen,
sind leicht zu bewältigen und unerlässliche Qualitätsmerkmale. Ich habe gelernt, dass Kreativität
im täglichen Workflow, explizit in der Zahnmedizin/in Gesundheitseinrichtungen, die Ausnahme
sein soll. Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Planung
nur möglich sind, wenn nicht zu oft improvisiert werden muss. Wir unterscheiden hier ganz klar
zwischen geplanter und ungeplanter Kreativität.
Reflexion
Tipps
Theorie vs. Praxis
Stellenanzeigen, die Kreativität einfordern, sind kritisch zu betrachten. Die Fragen, die sich daraus
ergeben, sind:
Ich kann aus Erfahrung sagen, dass dieses Thema, in den meisten Praxen nie kognitiv durchdrungen wurde. Würde man sich mit diesem Feld ernsthaft auseinandersetzen, dann wäre mehr Ruhe, ein gleichmäßiger Workflow, Zufriedenheit etc. die Folge.
Fazit
Die Realität ist nicht bis ins letzte Detail berechenbar. Sie können jedoch eine gute Planung als
Sicherheitsnetz haben. Wer oft improvisieren muss, sollte sein Qualitätsmanagement unter die
Lupe nehmen. Standardisierte Abläufe schützen nämlich vor Fehlern und machen Improvisation
nahezu überflüssig.
Wichtig zu wissen: In unserer Branche setzt ungeplante Kreativität Erfahrung voraus.
Eine Zahnarztpraxis oder generell ein Gesundheitsbetrieb braucht eine gute Organisation und
einen geregelten Tagesablauf, damit Mitarbeiter*innen ihre Ressourcen optimal einbringen
können. Herausforderungen sollten möglichst im Vorfeld von erfahrenen Mitarbeiter*innen und/
oder dem Praxismanagement behoben werden. Junge und/oder unerfahrene Kolleg*innen sollten
mit Störungen und Zwischenfällen nicht konfrontiert werden.
Zu guter Letzt
In unserer Branche muss ungeplante Kreativität die Ausnahme sein. Denn je größer der Anteil an
kreativem Handeln ist, desto geringer ist der Anteil an Ordnung.
Meiner Meinung nach können knifflige, unplanmäßige Herausforderungen nur von
Mitarbeiter*innen mit langjähriger Erfahrung und professioneller Haltung zufriedenstellend gelöst
werden.
Unter dem Punkt „Reflexion“ finden Sie die Frage, ob Kreativität hilfreich sein kann. Die Antwort lautet: Ja. Nämlich dann, wenn Mitarbeiter*innen aus dem Managementbereich daran arbeiten, Strukturen zu verbessern, Abläufe übersichtlicher zu gestalten und standardisierte Vorgehensweisen verständlicher zu machen. Das hat mit Alltagskreativität nichts zu tun. Hier wird kreativ geplant und alle profitieren davon. Wir müssen sogar kreativ sein, um uns weiterzuentwickeln und besser zu werden. Wenn Sie also eine Stellenbeschreibung für Mitarbeiter*innen im Management/ Organisation erstellen, dann gehört zu dieser Beschreibung immer auch Kreativität, die Entwicklung von Strategien und die Verbesserung von Standards.