Perfektion und/oder Exzellenz ist schwer zu erreichen, sollte aber immer Ziel sein.
Definition Essenz
Die Essenz ist der Kern einer Aussage oder Beobachtung. Wir tragen viele Informationen zusammen, um am Ende das Kernstück, oder das Wesentliche dieser Aussage oder Beobachtung herauszuarbeiten. Die Essenz ist das, „worauf es ankommt“.
Definition das Mindeste
Gemeint ist, das absolute Minimum, das Geringste, das Notwendige (weniger geht nicht).
Grundsätzliches
Eine Zahnarztpraxis ist ein umsatzorientiertes Dienstleistungsunternehmen im Gesundheitssektor. Das Gesicht dieser Einrichtung hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Die Praxis von heute soll zum ganz persönlichen Lifestyle der Patient*innen passen. Es gibt Angebote, die ganz klar auf die Ästhetik abzielen. Patient*innen denken nicht nur an die Gesundheit, sondern auch an Kosmetik. Auch die Tatsache, dass sich Zahnarztpraxen vermehrt auf Social Media präsentieren, hat zur Folge, dass wir viel mehr Menschen erreichen können. Patient*innen suchen nach „ihrem“ Zahnarzt. Spezialisierte Praxen können exzellente Behandlungen bieten, weil dort echte Profis am Werk sind, die sich ausschließlich mit Chirurgie, Implantologie, Endodontie, Kieferorthopädie oder Parodontologie beschäftigen.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben Gesundheitseinrichtungen eine Entwicklung durchlaufen,
die ich als anspruchsvoll (für alle Seiten) bezeichnen würde.
In meinen ersten Berufsjahren, ab 1985, wurden Vorgaben, Ordnung und Organisation von allen
Mitarbeitenden ganz selbstverständlich akzeptiert und umgesetzt.
Heute müssen wir es schaffen, eine tiefere kognitive Stufe zu erreichen, um allen und allem
gerecht zu werden. Alle sollen eingeladen sein, mitzudenken und mitzumachen.
Wenn ich mich mit jungen Mitarbeitenden austausche, fällt auf, dass Gedankengänge und
Verständnis auf einem Niveau stattfinden, das nicht oberflächlich ist.
Damit Sie, als „Praxis“ nicht in rigide Muster und Strukturen verfallen und somit unattraktiv für
Mitarbeitende werden, sollte Bestehendes immer wieder überprüft und infrage gestellt werden.
Neue Mitarbeiter*innen können da helfen, da sie aus einer anderen Praxis zu Ihnen wechseln und
somit eine andere Sichtweise und/oder interessante Ideen mitbringen.
Denn: Wenn Sie beweglich und flexibel bleiben, offen und neugierig, dann fällt Ihnen auch Veränderung und Verbesserung leichter. Außerdem bleibt Ihre Praxis attraktiv für Bestandspersonal und neue Mitarbeiter*innen.
Die Essenz
Wenn wir erfolgreich sind, können wir investieren.
Gute Gehälter/Boni/Sonderzahlungen sind möglich, wenn es gut läuft; ebenso Investitionen in moderne Geräte und neue Materialien.
Tipp
Es gibt Aussagen, die auf viele Themen anwendbar sind. Wenn sich diese Aussagen wiederholen, dann handelt es sich um die Essenz, also das worauf es wirklich ankommt.
Wenn Sie nicht VORausschauend denken, laufen Sie zwangsläufig den Dingen hinterher. Ihnen
fehlt der Gestaltungsspielraum, weil Sie damit beschäftigt sind, ständig zu reagieren.
Wenn Sie kommunizieren, wählen Sie Ihre Worte so, dass jede/r weiß, wer/was gemeint ist.
Suchen Sie nach Werkzeugen/Tools, die zu Ihrem Unternehmen passen, und trainieren Sie
schrittweise den Umgang damit.
Investieren Sie Zeit, um über Ihr Unternehmen nachzudenken und wichtige Entscheidungen zu
treffen.
Der turbulente Arbeitsalltag eignet sich nicht für Entscheidungen mit Tragweite.
Sie sind Freiberufler*innen. Schätzen Sie den großen Handlungsspielraum, den Sie haben.
Lösen Sie Probleme nicht, indem Sie die Symptome betrachten, sondern die Ursachen! Dann reagieren Sie nachhaltig.
Wünsche ziehen keine Handlung nach sich, Ziele schon!
Viele Menschen möchten gesehen werden und an Entscheidungen und Prozessen mitwirken.
Ermöglichen Sie es Ihnen, dann fühlen sich diese Menschen wohler, weil sie ihren Arbeitsplatz mitgestaltet haben. Wenn Sie Mitarbeitende im Team haben, die introvertiert sind, dann darf auch das
sein. Es gibt Personen, die möchten gerne aus der zweiten Reihe agieren, das ist okay.
Das Mindeste
... ist die Rechtssicherheit
Rechte und Pflichten sind Ihnen bekannt. Ihr QM ist aktuell und wird regelmäßig überarbeitet,
wenn sich Neuerungen ergeben. Die Mitarbeiter*innen arbeiten mit den Werkzeugen, die das QM
bietet, ganz besonders mit den Checklisten.
Neu eingestelltes Personal weiß die Hilfen, die das QM bietet zu schätzen. In der Hygiene setzen
Sie natürlich auf Einmalartikel, um Patienten zu schützen; das mehrfache Benutzen von Artikeln in
der Prophylaxe kommt bei Ihnen nicht vor. Sie halten die Hygienekette ein und nehmen dieses
Thema ernst.
Ohne Einwilligung Ihrer Patienten*innen verschicken Sie keine Dokumente oder Röntgenbilder;
alles wird verschlüsselt. Leider passiert es oft, dass Patienten Ihre verschlüsselten Dokumente auf
Ihren Endgeräten nicht öffnen können, dann dürfen Sie, nach vorheriger Zustimmung, die Dateien
auch unverschlüsselt versenden. Sie benötigen immer die Unterschrift des Patienten.
Zu viel Dokumentation gibt es nicht, zu wenig schon. Was nicht dokumentiert wurde, hat nicht
stattgefunden! Scannen Sie alle unterschriebenen Dokumente und legen Sie diese in der
Patientenakte ab, so finden Sie alles schnell wieder. Die Anamnese muss regelmäßig überarbeitet
werden, auch wenn es die Patient*innen nervt. Medikamente und Erkrankungen, künstliche
Gelenke, alles ist wichtig. Es reicht, wenn es einmal schiefgeht, das wollen Sie sicher nicht
erleben!
Dass Sie nicht alles delegieren können, ist Ihnen natürlich klar.
Reflexion
Tipps
Fazit
Es entstehen, ohne die Auseinandersetzung mit dem Thema „Unternehmen Zahnarztpraxis“, sehr schnell Strukturen, die schädlich/suboptimal/hemmend sind und die Sie viel Zeit und Nerven kosten und die Sie, wie ein Klotz am Bein, kaum wieder loswerden, weil diese Strukturen sich verfestigen.
Sie haben nur wenige Zeitfenster, die eine gute/optimale Ausrichtung Ihrer Praxis ermöglichen, wenn Sie eine permanente Anstrengung vermeiden wollen.
Hier haben Sie die Möglichkeit an den ganz großen „Stellschrauben“ zu arbeiten. Wenn Sie das gut machen, dann ist lediglich eine punktuelle „Nachjustierung“ nötig, damit der gewählte Rahmen eingehalten wird. Es ist jedoch ein Prozess, der Ihnen ein Berufsleben lang erhalten bleibt.
Zu guter Letzt
Die wichtigste Erkenntnis, die ich im Laufe der Jahrzehnte erlangen konnte, ist:
Wir können nur dann vollumfänglich Entscheidungen treffen, die tragfähig und sinnvoll
sind, wenn wir vorher das Thema kognitiv durchdrungen haben.
Damit das gelingen kann, muss Zeit investiert werden. … und ich behaupte, dass eine gute,
konsequente Führung, ebenso wichtig ist. Die Kommunikation soll deutlich und klar sein und
keinen Raum für Missverständnisse bieten.
Ich kann mit großer Überzeugung sagen: Für mich ist die Zahnarztpraxis, auch nach Jahrzehnten,
ein toller Ort, um Wirksam zu sein. Wenn wir alle unsere „Hausaufgaben“ machen, dann ist ein
positiver Schwung möglich, der alle mitnimmt und begeistert.